Projektideen

 

Szenische Lesung Anne Frank

»Ich habe dir schon öfter erzählt, daß meine Seele sozusagen zweigeteilt ist … Ich habe große Angst, daß alle, die mich kennen, wie ich immer bin, entdecken würden, daß ich eine andere Seite habe, eine schönere und bessere. Ich habe Angst, daß sie mich verspotten, mich lächerlich und sentimental finden, mich nicht ernst nehmen.«

Mit diesem Eintrag endet Annes Tagebuch, geschrieben am 1. August 1944, drei Tage, bevor sie und ihre Familie von der SS entdeckt und nach Auschwitz deportiert wurde. Anne Frank war damals 15 Jahre alt und hatte die letzten beiden Jahre versteckt und zum Nichtstun verdammt in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Innenstadt verbracht, ohne Kontakt zur Außenwelt:

»Ich träume hier so schön. Aber die Wirklichkeit ist, daß wir hier sitzen müssen, bis der Krieg vorbei ist. Wir dürfen nie hinausgehen…«

Wie erlebt man die Pubertät eingesperrt und zum Nichtstun verdammt, auf engstem Raum mit seinen Geschwistern und Eltern, ohne Kontakt zur Peergroup, fragt die Inszenierung nicht nur gleichaltrige Mädchen und Jungen. Gibt es Normalität im Versteck, wie erträgt man diesen Zustand der Ungewissheit und ständigen latenten Angst, entdeckt zu werden?

Die Lesung bietet jungen Zuschauern mit Mitteln des Theaters einen sehr emotionalen Zugang zu diesem Text. Das Publikum kommt in einen düsteren, engen, mit Decken verdunkelten Raum, kann fast den Atem des Vorlesenden spüren, wird aufgefordert, selbst Briefe zu lesen und kann sich der Intensität des Geschehens allein durch die räumliche Nähe schwer entziehen.

Die szenische Lesung basiert auf dem Tagebuch der Anne Frank und richtet sich an Schüler der Klassen 8-10. Die Aufführung kann sowohl an Schulen als auch in Kultursälen, Kirchenräumen oder Ähnlichem stattfinden. Die Inszenierung benötigt lediglich einen Raum mit Steckdose und kostet als Gastspiel 400 Euro plus Fahrtkosten.

Dauer 90 Minuten inklusive anschließendem Nachgespräch

 

Kontakt: www.don-ernesto.com

 

Theaterproduktion Hin&Weg.sehen

Hierbei handelt es sich um ein Theaterstück für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt, ab 15 Jahren (9. Klasse).

Inhalt: Sem und Juli waren füreinander bestimmt, doch dann ist alles anders gelaufen. Beide suchen ihre Heimat in unterschiedlichen Lagern: Juli rutscht in die rechte Szene ab, Sem bleibt bei seinen Freunden mit Migrationshintergrund. So liegen ihre Cliquen miteinander im Clinch: Verletzungen, Mobbing und Vorurteile bestimmen ihren Alltag. Rechtsradikale Schläger und deren menschenverachtendes Gedankengut lassen die Situation immer weiter eskalieren. Während Sem und seine Freunde um ihr Leben fürchten, denkt Juli immer noch, dass sie für die rechte Sache kämpft. Bis sie schmerzlich erkennen muss, dass Rechts nicht Recht ist.

Nah am echten Leben, zeigt dieses Stück die Folgen falscher Ideologie auf und ermutigt, Zivilcourage zu zeigen.

Dauer: 60 Minuten zzgl. 30 Minuten Nachgespräch, wenn gewünscht

Technik: Die Vorstellung erfordert eine Spielfläche von mind. 5m x 5m. Licht und Ton werden mitgebracht.

Gage: 950,00 Euro zzgl. Fahrtkosten und evtl. Übernachtung für 3 Personen.

Es können auch Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt werden.

 

Kontakt:

theaterspiel

weil´s Leben live am besten ist

Annenstr. 3

58453 Witten

Tel.: 02302 / 888446

Email: info@theater-spiel.de

www.theater-spiel.de



Theaterproduktion üBERdasLEBEN oder meine Geburtstage mit dem Führer

Hierbei handelt es sich um ein Theaterstück zum Thema Jugendwiderstand und NS-Zeit, ab 11 Jahren (7. Klasse)

Inhalt: Zu Hitlers Machtübernahme 1933 ist Anni 9 Jahre. Sie, ihre Freunde und ihre Eltern geraten mehr und mehr in den Strudel der historischen Ereignisse. Einige von ihnen werden Anhänger der NS-Diktatur und marschieren mit, andere versuchen, sich der alles beherrschenden Ideologie zu verweigern oder dem Terror zu entfliehen. Anni schließt sich einer Gruppe von Jugendlichen an, die auf den Drill der Hitlerjugend keine Lust hat. Anfangs noch in Auflehnung gegen die Gleichmacherei, tritt die Gruppe mehr und mehr in den aktiven Widerstand. Als Anni jedoch gefangen genommen wird, entwickelt sich ihr Kampf um ein gerechtes Leben zu einem Kampf ums Überleben.

Auf Grundlage von Zeitzeugenberichten erzählt die Inszenierung vom Unrechtsystem des NS-Staates. gegen Gleichschaltung, Unfreiheit und Ungerechtigkeit gab es Widerstand in unterschiedlichsten Formen. Mit Live-Musik, Schauspiel und Tanz taucht das Stück ein in diese bewegende Zeit, erzählt von Schicksalen, Freundschaft und Feindschaft und verdeutlicht, dass es nötig ist, jeden Tag für Demokratie und Menschlichkeit einzutreten – auch heute noch.

Dauer: 60 Minuten zzgl. 30 Minuten Nachgespräch, wenn gewünscht

Technik: Die Vorstellung erfordert eine Spielfläche von mind. 6m x 6m. Licht und Ton werden mitgebracht, der Veranstaltungsraum sollte verdunkelbar sein.

Gage: 1000,00 Euro zzgl. Fahrtkosten und evtl. Übernachtung für 5 Personen.

Es können auch Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt werden.

 

Kontakt:

theaterspiel

weil´s Leben live am besten ist

Annenstr. 3

58453 Witten

Tel.: 02302 / 888446

Email: info@theater-spiel.de

www.theater-spiel.de



Ausstellungsprojekt „Deine Anne“

Das Anne Frank Zentrum führt seit mehr als 15 Jahren Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland durch, seit drei Jahren mit der Ausstellung „DeineAnne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“.

Mit der Ausstellung wird ein Projekt initiiert, in dem eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocaust gefördert und zum Nachdenken über Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung angeregt werden. Das Besondere ist: Verantwortliche aus Politik und Verwaltung sowie Engagierte aus der Zivilgesellschaft können zusamenngebracht und lokale Bündnisse aufgebaut und gestärkt werden. Und: Jugendliche können sich aktiv beteiligen. Sie werden zu Peer Guides ausgebildet und begleiten Schulklassen durch die Ausstellung. Sie wachsen daran und lernen, dass sie mit ihrem Engagement etwas bewirken können. Für die Umsetzung des Projekts ist ein Eigenbetrag erforderlich. Dieser enthält ein umfangreiches Leistungspaket. Es umfasst die Ausbildung der Jugendlichen, Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit, den Transport und die Logistik und eine Beratung zur Finanzierung.

 

Kontakt:

Maya Keifenheim, Leiterin des Wanderausstellungsbereich

Tel.: 030 / 288 86 56 27

Email: keifenheim@annefrank.de

www.annefrank.de



Inszenierungen von Paula Quast und Henry Altmann

Das Programm – Mascha Kaléko „… sie sprechen von mir nur leise.“

 

Das Zitat ist der Titel eines lyrisch-musikalischen Portraits, das die Schauspielerin Paula Quast und der Musiker Henry Altmann als Hommage an die Literatin Mascha Kaléko erschaffen haben. Es richtet sich nicht nur an Menschen jeden Alters, die Gedichte zwischen Alltag und großen Gefühlen lieben, sondern an alle, die sich vom hektischen Alltag eine Auszeit nehmen wollen.

Dabei haben die beiden Künstler ein neues Genre geschaffen, dass zwischen Rezitation und Schauspiel angesiedelt werden muss. Sprache und Musik verschränken sich ineinander, wechseln einander ab. Das Programm gewinnt so eine ganz eigene Dramaturgie und Dynamik. Die Musik, der Tisch mit der Blattsammlung als Requisite machen daraus eine Art Kammerspiel, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht.

Paula Quast spricht die Gedichte von Mascha Kaléko im Vertrauen auf die Kraft des einzelnen Wortes, durch den Mut zur Pause lässt sie ihnen Raum, ihre Wirkung zu entfalten. Ihr Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sind unaufdringlich, und doch ist sie so präsent, dass sie und die Dichterin im Laufe der Inszenierung immer mehr zu einer Person verschmelzen.

Der Musiker Henry Altmann lässt mit seinen Kompositionen die Melancholie hörbar werden, welche die Werke umgeben, dabei überdecken die Töne aber nicht die für Mascha Kaléko ebenfalls typische lebensbejahende Ironie, mit der sie die Welt zu kommentieren wusste.

 

 

Das Programm – Hedwig Lachmann „Wir haben das Schweigen verlernt“

 

Leise Töne in einer lauten Welt: Unter dem Titel „Wir haben das Schweigen verlernt“ präsentieren die Schauspielerin Paula Quast und der Musiker Henry Altmann ihr lyrisch-musikalisches Portrait der Dichterin Hedwig Lachmann.

Es richtet sich an Zuhörer, die in der modernen Aufgeregtheit unserer Zeit eine klare Stimme zu schätzen wissen. Hedwig Lachmann wollte gar nicht „auf der logischen Höhe ihrer Zeit stehen“. Stattdessen wollte sie immer auf der Höhe ihrer selbst sein. Sie erforschte ihre widersprüchlichen Gefühle und transformierte sie in Sprache.

Wer war diese Hedwig Lachmann, die 1865 geboren wurde und 1918 starb? Sie war Deutsche, Jüdin, Pazifistin, Großmutter des amerikanischen Filmregisseurs Mike Nichols, enge Freundin von Richard Dehmel und Ehefrau von Gustav Landauer. Als Dichterin widmete sie sich fast ausschließlich der Lyrik. Als Übersetzerin hat sie lyrische, dramatische und essayistische Werke aus dem Englischen, Französischen und Ungarischen übertragen.

Paula Quast spricht die Werke von Hedwig Lachmann mit tiefem Verständnis und großer, innerer Anteilnahme. Klar und nachdrücklich dringen ihre Worte in die Herzen der Zuhörer und entfalten dort ihre Wirkung. Sie ist unaufdringlich und doch intensiv und überaus präsent. Der Musiker Henry Altmann kommentiert mit seinen Kompositionen den Ernst, welche die Werke umgeben, dabei unterstreichen die Stücke gekonnt die Geistigkeit und Leidenschaft, die Hedwig Lachmann auszeichnete.

 

 

Das Programm – Jüdische Märchen

 

Feiner Witz und tiefer Sinn zeichnet jüdische Märchen aus. In ihnen verbinden sich die Weisheit und der Humor dieser Erzähltradition mit den Farben und der Fabulierfreude des Orients.

Auch mit diesem Programm haben Paula Quast und Henry Altmann erneut etwas Besonderes erschaffen. Mit ihrer warmen, tiefen Stimme und der klaren, akzentuierten Sprechweise zieht Paula Quast Jung und Alt in ihren Bann, Henry Altmanns musikalische Virtuosität und Einfallsreichtum gestalten farbenreiche Klangteppiche, die den Worten Flügel verleihen. Ob gespannte Erwartung, befreites Schmunzeln oder begeistertes Staunen – alles ist möglich und erwünscht.

Die Idee zu diesem Programm entstand spontan, berichtet Paula Quast, die bei ihren Recherchen zu Mascha Kaléko und Hedwig Lachmann oft auch mit jüdischem Humor in Berührung kam. „Ich mag dieses Hintersinnige ja sehr gern. Aber ich bin nun mal kein guter Witzeerzähler. Märchen dagegen sind nur auf den ersten Blick einfach. Sie haben immer mehr als eine Ebene, die es herauszuarbeiten gilt, und speziell meine ausgesuchten Märchen begreife ich als Charakterstudien. Das reizte mich“, erzählt die Schauspielerin.

Paula Quast und Henry Altmann stellen das Märchenprogramm ab dem Herbst 2015 im gesamten deutschsprachigen Raum vor. Man darf gespannt sein.

Kontakt:

 

Paula Quast

Grünthal 9

25873 Oldersbek

Tel.: 04848 9039914

Mail: buero@paula-quast.de